Zivilgesellschaft fördert den Strukturwandel:Die Vorstellung des neuen Ideenwettbewerbs für das Rheinische Revier „Mit Tatkraft“ stand im Mittelpunkt des 12. Revierdialogs, der am 12.Juni im Rahmen der TU Hambach stattfand.

Veranstalter war das Bündnis „Revier WIRd Region“. Dessen Entstehungsgeschichte erläuterte Dirk Jansen vom BUND zu Beginn. Das Netzwerk von Kirchen, Umweltverbänden, Klimagruppen und Gewerkschaften hat sich zur Aufgabe gemacht, Gräben, die die Auseinandersetzungen um das Ende des Kohleabbaus gerissen haben, zuzuschütten sowie gemeinsam zivilgesellschaftliche Perspektiven in den regionalen Wandel einzubringen und das trotz zum Teil divergierender Positionen der einzelnen Akteure. So entstanden die Entwicklungskonferenzen, die bereits siebenmal durchgeführt wurden und die Revierdialoge.
Die Potentiale der Zivilgesellschaft zu stärken ist auch das Anliegen des Ideenwettbewerbs „Mit Tatkraft“. Gero Oertzen vom LANUK NRW erläuterte die Modalitäten des Wettbewerbs. 4,5 Millionen Euro sollen bis 2030 in konkrete Vorhaben von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen fließen. In vier Runden wird zur Einreichung von Ideen eingeladen. Diese werden von einer Jury ausgewählt und dann unbürokratisch gefördert. Der erste Aufruf wird im vierten Quartal diesen Jahres ergehen und die ersten Förderungen gibt es 2027. Auch wird es ein Online Voting und einen Jurypreis geben. (mehr Informationen gibt es unter www.lanuk.nrw.de/themen/nachhaltigkeit/mittatkraft) Vorbilder dieser Aktion zur Stärkung der Zivilgesellschaft gibt es im Mitteldeutschen Revier und in der Lausitz.
Die anwesenden Vertreter:innen von Verbänden und Vereinen begrüßten das Vorhaben sehr. Kritische Töne wurden vernehmbar, da ein großer Teil der bereitgestellten Summe nicht in der direkten Förderung ankommt, sondern für Personal- und Verwaltungsaufwand eingesetzt wird. Auch wurden Fragen zur Transparenz der Juryentscheidungen sowie zur Besetzung der Jury aufgeworfen. Das alles tat aber der grundsätzlichen positiven Bewertung keinen Abbruch. Im Gegenteil: In der von Linus Platzer, vom NABU moderierten Abschlussrunde, wurde es plötzlich richtig kreativ und man begann gemeinsam Ideen zu spinnen, wie aus unterschiedlichen Gruppen heraus der Wandel der Region unterstützt werden kann. Das Netzwerk „Revier WIRd Region“ wird dies aufmerksam begleiten und vielleicht werden sich bei der TU Hambach im nächsten Jahr schon die ersten Projekte vorstellen können.