Zum Inhalt springen

Workshop im Aachener Westpark mit Silke Schatz:Die Kunst des Scheiterns - eine Inspiration für das Engagement im Strukturwandel

Eine Frau vor einem blauen abstrakten Kunstwerk.
Scheitern gehört zum Leben. Fehler, Irrwege und Rückschläge gehören dazu. Das gilt auch für künstlerische und gesellschaftliche Prozesse. Dieses Motiv griff die Künstlerin Silke Schatz mit einem Workshop im Aachener Westpark auf.
Datum:
1. Sept. 2026
Von:
Thomas Hohenschue

Fünf Augusttage lang ließen sich 30 Teilnehmende im Alter zwischen fünf und 78 Jahren unter dem Motto "Die Kunst des Scheiterns" inspirieren und wurden selbst kreativ tätig, im Kunstcontainer der Bleiberger Fabrik. Das Ganze fand unter dem Dach der Demokratiewerkstatt Rheinisches Revier statt, gefördert mit Mitteln des Landesministeriums für Kultur und Wissenschaft.
Im Mittelpunkt des künstlerischen Ansatzes rückte Silke Schatz die Aufforderung: Lasst uns das in den Blick nehmen, was häufig übersehen wird. Konkreter Aufhänger waren die Pflanzen, die sich rasch ausbreiten, wenn der Mensch nicht interveniert. Sprachlich entwertet er diese Pflanzen als Unkraut, dabei leisten sie wertvolle Beiträge zur Biodiversität.
Die Künstlerin beobachtet in dem verlassenen Ort Manheim in einer Langzeitstudie, wie sich die Natur mit der ihr eigenen Kraft den Raum zurückerobert. Ganz andere Pflanzen treten auf den Plan als in der Welt der domestizierten Gärten, Beete und Parke. Besonders faszinieren Silke Schatz die ruderalen Pflanzen. Diese wachsen besonders gut auf Schutt, Trümmern und Brachflächen.
Die Einladung an die Teilnehmenden lautete nun, mit Hilfe künstlerischer Techniken wie die Fotogrammtechnik Eisenblaudruck, die auch Cyanotpyie genannt wird, oder Collagen die unbeachteten oder gar bekämpften Pflanzen in den Fokus zu rücken. Damit verband sich auf der Metaebene die Aufforderung, die Perspektive zu wechseln. Auch verloren gegangenes Wissen kam zur Sprache.
Am Ende stand eine kleine Demo im Westpark, mit blauen Schildern, für die Rechte der Natur, unter dem Motto: "Pflanzen dürfen nicht am Menschen scheitern". Die Brücke zu den Fragen, die Menschen im Strukturwandel des Rheinischen Reviers bewegen, ist rasch geschlagen. Was und wer hier aber wie gescheitert ist, bleibt Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungen.

Eine kindliche Zeitung von einem Mädchen, das eine Blume loslässt.