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Nachbericht:Das Ende der Braunkohle und wo bleibt unser Wasser?

Eindrücke von der Veranstaltung_4
Vorstellung der „Karte Rheinisches Revier“ und berechtigte Kritik an der geplanten Rheinwassertrasse
Datum:
28. Jan. 2026
Von:
Jonathan Querg

Rund 20 Teilnehmende kamen am 27.01.26 zur gemeinsamen Veranstaltung mit dem Wasserbündnis Rheinisches Revier ins Cafe Nr 5, um mehr über die geplante Rheinwassertransportleitung und ihre Folgen zu erfahren. Maria Arians und Werner Link vom Wasserbündnis führten kenntnisreich durch den Abend und stellten die interaktive „Karte Rheinisches Revier“ vor. Jeder Punkt auf der Karte steht für einen konkreten Eingriff und ein potenzielles Risiko entlang der geplanten Trasse.

Der hochinformative Abend zu diesem äußerst komplexen Thema wurde durch lebhafte Diskussionen, Nachfragen und Ergänzungen aus dem Plenum bereichert. Immer wieder wurde deutlich, dass viele der Teilnehmenden selbst über ein bemerkenswert fundiertes Wissen verfügen und dieses gezielt in die Debatte einbrachten. So entstand ein spannender Austausch auf Augenhöhe, der die inhaltliche Tiefe des Abends zusätzlich stärkte.

Deutlich wurde, wie groß die ökologischen, technischen und gesellschaftlichen Unsicherheiten des Projekts sind. Thematisiert wurden unter anderem Umweltzerstörung, Risiken für Feuchtgebiete, Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Flächen sowie die Belastung des Rheinwassers durch Schadstoffe und Mikroplastik. Auch Fragen zur Wasserqualität, zu Havariefällen, zu Entnahmemengen und zur Dimension der notwendigen Klärinfrastruktur blieben kritisch offen.

Die Diskussion zeigte: Viele Langzeitfolgen sind bislang unzureichend untersucht oder werden politisch und planerisch zu wenig berücksichtigt. Expertise aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis ist vorhanden, wird aber noch zu selten systematisch eingebunden.

Der Abend machte deutlich, wie wichtig Transparenz, Vernetzung und eine langfristige, gemeinwohlorientierte Wasserpolitik im Strukturwandel sind. Wasser ist kein beliebig verfügbarer Rohstoff, sondern ein Gemeingut, das geschützt, gerecht verteilt und verantwortungsvoll genutzt werden muss.

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