Nachbericht zur 2. Planungswerkstatt der Stadt Erkelenz:2. Planungswerkstatt mit Zustimmung und neuen Anregungen

Um für die fünf Dörfer, die trotz Umsiedlung dann doch nicht dem Braunkohletagebau weichen mussten, eine erfolgversprechende Zukunft zu entwickeln, verpflichtete die Stadt Erkelenz das Planungsbüro MUST, ein Konzept zur Revitalisierung der Orte zu entwickeln. Der Prozess war in mehrere Schritte aufgeteilt. Nach einer Auftaktveranstaltung im Herbst 2024 folgten eine erste Planungswerkstatt und dann weitere Thementreffen und ein Spaziergang durch die Orte.
Der Link führt zur Dokumentation dieses Prozesses und zeigt viele Entwürfe und Vorschläge, sowie die Einwände und Ideen der Bürgerinnen und Bürger. https://www.erkelenz.de/wirtschaft-klima-stadtentwicklung/strukturwandel-braunkohle/belebung-der-doerfer-zukunftsvision/funfdorfererkelenz-dokumentationersteplanungswerkstatt-20250131.pdf?cid=nr1
Am 1.4.2025 trafen sich alterfahrene und neuinteressierte Menschen in Erkelenz, um sich in einer weiteren Planungswerkstatt den Fortschritt der städteplanerischen Ausarbeitungen anzusehen und ihre Einschätzungen und weitere Vorschläge beizusteuern. Nach einer Vorstellung der neuen Entwürfe für die fünf Dörfer ging man in Diskussionsgruppen mit den Fachleuten, um an den ausgehängten Plänen die Ideen zu Verkehr, Erhalt und Abriss sowie Freiflächen und neuen Bebauungsvorschlägen zu erörtern.
Ganz konkret wurde über den möglichen Verlauf von Buslinien und die Parksituation in den engen Straßen diskutiert. Die Möglichkeit Ortskerne durch Entnahme von Gebäuden aufzuwerten war in allen Orten Thema, wie auch die Frage, in welche Richtung sich die Dörfer langfristig entwickeln sollten. Dabei stellte sich heraus, dass die Aufgabe für das Planungsbüro sein würde, unterschiedliche oder gar gegensätzliche, und auf beiden Seiten mit durchaus guten Argumenten unterfütterte Positionen, zu einem einvernehmlichen weiteren Entwurf zusammen zu fügen.
Alle Orte waren mit einer Überschrift versehen worden und Berverath wurde „Insellage mit Landwirtschaft“ genannt, was das aktive kulturelle Leben mit und im Café Nr5 ignoriert. Die Diskussionsrunde regte an, in weiteren Dörfern Orte der Begegnung sehr zeitnah zu schaffen, um den Prozess der Teilhabe und Entwicklung eines Dorflebens frühzeitig zu initiieren, und damit nicht erst bis zur „Neubesiedlung“ zu warten. Der Gedanke dahinter ist, dass die Orte mit interessierten Menschen von innen heraus Visionen entwickeln können, die dann auch potentielle Neubürger und -bürgerinnen anlocken würden. Für den planerischen Prozess mögen die derzeitigen Etiketten vielleicht hilfreich sein, für eine zukünftige Identität der Dörfer, müsse das Selbstverständnis aber von innen wachsen.
Das vorgestellte Konzept hatte nicht nur planerische Ideen der Beteiligten berücksichtigt, sondern auch das Konzept des NABU zum Biotopverbund in die Pläne eingearbeitet. Flächen an den Orträndern sollten begrünt und blühend werden, für Gebiete der Niersaue wären Rekultivierungen vorgesehen, die Grünstreifen an den Fließen würden verbreitert und Straßen zu Alleen werden, um Flora und Fauna über ausreichend große Gebiete und deren Verbindung untereinander, einen Austausch zum Erhalt der Biodiversität zu ermöglichen. Ideen, die Niers in Kuckum sichtbarer zu machen, wäre dann eine Anfrage an den Niersverband und die Wasserbehörden.
Wenn alles in ein Konzept eingeflossen und dieses nach mal öffentlich vorgestellt worden ist, wird es in Beschlussvorlagen der Erkelenzer Politik überführt und dann in die Diskussion der politischen Gremien gehen. Auch dabei wird es wieder die gesetzlich vorgegebene Bürgerbeteiligung geben, sodass es auch in der Hand jedes oder jeder Einzelnen liegt, sich weiter in die Revitalisierung der fünf Dörfer einzubringen.
